Fahrausbildung in Deutschland

Fahrausbildung in Deutschland

Der Fahrunterricht in Deutschland hat sich über viele Jahrzehnte hinweg stetig verbessert, wie einige Meilensteine zeigen:

Mit dem Kfz-Straßenverkehrsgesetz vom 3. Mai 1909 und der Kfz-Straßenverkehrsverordnung vom 3. Februar 1910 (welche u.a. die Pflicht eines KFZ Kennzeichens vorschreibt) wurden im gesamten Reichsgebiet zwingend vorgeschriebene Führerscheine eingeführt.
Eine am 1. März 1921 erlassene Verordnung über die Ausbildung von Kraftfahrzeugführern bildete die Grundlage für die Schaffung des Berufes „Fahrlehrer“, die Zwangslizensierung von Ausbildern und Fahrschulen sowie detaillierte Anforderungen an die Ausbildung der Fahranfänger.

1957 wurden die Anforderungen an Fahrlehrer, Fahrschulen und die Ausstattung von Fahrschulen in einer Verordnung über Fahrlehrer für den Kraftfahrzeugverkehr vom 23. Juli neu festgelegt. Am 25. August 1969 wurde das Fahrtrichtliniengesetz erstmals geregelt die fachlichen und fachlichen Fähigkeiten, die von den Besitzern von Fahrschulen und Fahrlehrern selbst gefordert werden.

Drei weitere Verordnungen dienten dazu, die Situation weiter zu verbessern: Die Verordnung über die Unterrichtung der Fahrschüler vom 31. Mai 1976 umfasste die theoretische und praktische Unterweisung der Fahrschüler, die Verordnung über die Ausbildung der Fahrlehrer vom 13. Mai 1977 legte die Art und Weise fest Der Inhalt der Fahrlehrerausbildung und der Fahrlehrerprüfungsverordnung vom 27. Juli 1979 umfasste die Prüfung von Fahrlehrern.
Schließlich wurde am 13. Mai 1986 der Führerschein auf Probe eingeführt, die Umschulung von Fahrzeugführern, die während der Probezeit gegen die Verkehrsregeln verstoßen hatten, wurde in die Hände von lizenzierten Fahrlehrern gelegt, und Fahrunterricht von Laien wurde verboten.

Grundlegende Anforderungen für Ausbilder

Die zentrale Figur im professionellen Fahrunterricht in Deutschland ist natürlich der Fahrlehrer. Aus diesem Grund müssen alle, die Ausbilder werden wollen, bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllen: Sie müssen mindestens 23 Jahre alt sein, intellektuell, körperlich und persönlichkeitsangepasst sein, eine Grundschul- und eine Berufsschule absolviert haben Ausbildung in einem anerkannten Fach, Besitz eines Führerscheins für alle Fahrzeugklassen und ausreichende Erfahrung im Führen von Fahrzeugen in der Klasse, für die sie Ausbilder werden möchten.
Die Ausbildung muss in einer offiziell anerkannten Ausbildungsstätte für Fahrlehrer stattfinden. Die Kandidaten müssen ihre Fachkenntnisse durch eine Prüfung nachweisen. Das Training dauert zwischen fünf (Minimum) und acht (Maximum) Monaten, unabhängig von der Fahrzeugklasse, für die der Auszubildende Instruktor werden möchte. Das gesamte Training muss aus ganztägigen unterbrechungsfreien Kursen bestehen.
Der Inhalt der Schulung ist im Curriculum festgelegt, in dem die Themenbereiche und die Anzahl der erforderlichen Stunden beschrieben werden. Für die Klasse 3 (BE) sind mindestens 700 Unterrichtsstunden, für die Klasse 2 (CE) mindestens 280 Stunden und für die Klasse 1 (A) mindestens 140 Unterrichtsstunden erforderlich. Folgende Themenbereiche werden behandelt: Grundsätze der Pädagogik und Psychologie; Verkehrsregeln und Gefahren auf der Straße; Legale Aspekte; Kraftfahrzeugtechnik; Umweltschutz, energiesparende Fahrtechniken; Stundenplanung; Unterrichtspraxis; sichere und geschickte Fahrtechniken; rechtliche Aspekte des Berufes.

Prüfung von Ausbildern

Nach Abschluss der Ausbildung werden die Ausbilder von den staatlichen Prüfungsausschüssen geprüft. Die Tests sind unterteilt in schriftliche, mündliche und praktische Abschnitte sowie eine praktische Prüfung des Unterrichts und der Lehrfähigkeiten des Lehrlings.
Die schriftliche Prüfung beinhaltet die Beantwortung von Problemen im Zusammenhang mit dem Verkehrsrecht und der Kraftfahrzeugtechnik. Die mündliche Prüfung prüft das Fachwissen. Der praktische Teil testet die Fähigkeit der Kandidaten, Fahrzeuge sicher und geschickt im Straßenverkehr zu fahren. Der praktische Unterrichtstest erfordert, dass die Kandidaten ihre Fähigkeit demonstrieren, im Klassenzimmer zu unterrichten, und im Test auf der Straße zeigen sie ihre Fähigkeit, Fahrschüler im Straßenverkehr zu unterrichten.
Bewerber, die in der Prüfung erfolgreich sind und die anderen Anforderungen erfüllen, erhalten Lizenzen als Fahrlehrer.
Wer eine Zusatzqualifikation als Ausbilder für zur Weiterbildung weitergebildete Probefahrer erwerben möchte, muss eine spezielle Ausbildung absolvieren, Inhaber der Führerscheinberechtigung für die Klassen 1 (A) und 3 (BE) sein und über die notwendige Ausbildungserfahrung verfügen .
Weiterbildung spielt eine wichtige Rolle: Sie ist Pflicht für die Umschulung von Probefahrern und freiwillig für normale Ausbilder. Die jährliche Teilnahme an Weiterbildungskursen kann jedoch einzelne Ausbilder von der Inspektion im Rahmen der Bestimmungen zur Inspektion von Fahrschulen befreien.
Es ist geplant, dass die Ausbildung von Fahrlehrern künftig noch stärker praxisorientiert gestaltet wird. Gleichzeitig werden die pädagogischen Inhalte erhöht, das Prüfungssystem vereinfacht und die Weiterbildung für alle Ausbilder obligatorisch.

Anfängerfahrer

Die Fahrschüler in Deutschland werden auf der Grundlage der Verordnung über die Unterrichtung der Fahrschüler vom 31. Mai 1976 unterrichtet, die ständig aktualisiert wird.
Dies beginnt mit der Beschreibung der Ziele, Inhalte, Ausmaß und Art der Fahrausbildung und legt dann Grundprinzipien fest. Zentrale Bedeutung kommt der Organisation der theoretischen und praktischen Aspekte des Unterrichts zu. Der Fahrlehrer darf den Unterricht nur dann beenden, wenn er sicher ist, dass der schwächere Fahrer die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat.
Ziele und Inhalte des Unterrichts sind, dass der Lernende lernt, ein Kraftfahrzeug sicher und defensiv unter Berücksichtigung anderer Verkehrsteilnehmer zu führen und sich seiner Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen und der Umwelt bewusst zu werden. Das Ausmaß und die Art des Unterrichts sind so gestaltet, dass zwischen theoretischem und praktischem Unterricht unterschieden wird, aber sichergestellt wird, dass beide im Prozess angemessen miteinander verbunden sind.
Die allgemeinen Prinzipien, die für den Unterrichtsprozess festgelegt sind, sind, dass es sich „vom Bekannten zum Unbekannten“ und „vom Geradlinigen zum Schwierigen“ bewegen sollte. Es wird betont, wie wichtig es ist, die direkte Beteiligung der Lernenden durch Fragen und Diskussionen zu fördern. Fahrschulen werden ermutigt, vom traditionellen „Kreide-und-Sprechen“ -Ansatz weg zu moderneren Unterrichtsmethoden (zB Gruppendiskussionen) überzugehen.

Theoretischer Unterricht

Folgende Bereiche werden von der theoretischen Lehre abgedeckt:
Vorschriften in Bezug auf die Zulassung von Personen und Fahrzeugen für den Straßenverkehr.
Vorschriften in Bezug auf das Verhalten im Straßenverkehr und den Betrieb von Kraftfahrzeugen; Umweltschutz.
Darüber hinaus wird die Frage der Gefahren auf der Straße umfassend behandelt. Das Thema gliedert sich in Verkehrsbeobachtung und -verhalten, rücksichtsvolles Verhalten, Unfallrisiken durch Fahrunfähigkeit (einschließlich Müdigkeit, Alkohol); Fahrtechniken, Bremsen und deren Funktion, Reifen. Darüber hinaus gibt es spezifische Inhalte, die sich auf die einzelnen Lizenzklassen beziehen.
Als Unterweisungsgrundlage muss ein Unterrichtsprogramm in zwei Unterrichtsstunden (90 Minuten) erstellt werden, das nicht mehr als zwei Doppelstunden pro Tag betragen darf.
Das Ausfüllen von Praxis-Multiple-Choice-Tests gilt nicht als Unterricht und darf nicht auf die Erfüllung der Mindestunterrichtszeit angerechnet werden, auch wenn es keinesfalls „verboten“ ist und im Hinblick auf die Mehrfachtests durchaus sinnvoll sein kann. Wahltest, der schließlich von den Lernenden zu absolvieren ist.
Die Mindeststundenzahl für den theoretischen Unterricht ist festgelegt – z. B. 12 Doppelstunden für Klasse 3 (B).

Praktische Anleitung

Der praktische Unterricht besteht aus Grundunterricht, erweiterten Fahrstunden, fortgeschrittenen Übungen und Prüfungsvorbereitungen. Der Grundunterricht bildet das größte Element im praktischen Unterricht.
Der Ort und das Timing dieses Teils des Trainings ist weitgehend Sache des einzelnen Lehrers, wird aber normalerweise auf privaten oder wenig frequentierten Straßen durchgeführt. Obwohl es keine spezifischen Zeitanforderungen gibt, können die verlängerten Fahrstunden nur gegen Ende der praktischen Anweisung durchgeführt werden.
Diese erweiterten Fahrstunden sind eine wichtige Ergänzung zu den ersten praktischen Übungen und dienen dazu, den Lernenden die spezifischen Probleme beim Fahren außerhalb von Ortschaften näher zu bringen.
Für diese sind Mindestzeiten festgelegt, die wie folgt festgelegt sind: Mindestens 225 Minuten müssen auf Fernstraßen oder Landstraßen mit einer Strecke von mindestens 50 km verbracht werden, die in einer Sitzung zurückgelegt werden; mindestens 135 Minuten Fahrzeit auf Autobahnen oder Schnellstraßen mit jeder Fahrt von mindestens 45 Minuten; und ein Minimum von 90 Minuten sollte für das Fahren in der Dämmerung oder Dunkelheit reserviert werden, die Hälfte davon auf Fernstraßen oder Landstraßen.

Weitere Übungen

Auf diese erweiterten Fahrstunden folgt die sogenannte „Fortgeschrittene“ -Prüfvorbereitungsphase, die weitere Übungen und Vorbereitungen für den Test selbst beinhaltet. In allen Fällen kann der Ausbilder den Unterricht nur beenden, wenn er davon überzeugt ist, dass der betreffende Fahranfänger tatsächlich die zum Bestehen des Tests erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat.
Ziel des Fahrunterrichts ist nicht mehr nur die Vermittlung von Wissen und Techniken, sondern auch die Vermittlung sozialer und ethischer Werte, also die Vermittlung von Verhaltensmustern und Verhaltensweisen, die bei der Reduzierung von Unfallrisiken nicht weniger bedeutsam sind als die eigentlichen Fahrfähigkeiten .
Während des Unterrichts wird dem Fahranfänger bewusst gemacht, dass er ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen und seiner Umwelt trägt.
Der Erfolg des Fahrunterrichts in Deutschland zeigt sich insbesondere in der rückläufigen Zahl der tödlichen Unfälle – trotz eines weiter steigenden Verkehrsaufkommens. Die deutschen Fahrschulen beanspruchen diese positive Entwicklung nicht allein, haben aber zweifellos eine wesentliche Rolle dabei gespielt.
Dennoch kann das spezifische Unfallrisiko, das Fahranfänger darstellen, unabhängig von der Qualität des erhaltenen Unterrichts nicht vollständig ausgeräumt werden. Dies wurde jedoch seit der Einführung des Führerscheins im Jahr 1986 weiter reduziert.

Der Fahrversuch

Die Fahrprüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Ein offiziell anerkannter Sachverständiger oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr ist für den gesamten Test verantwortlich. Wenn ein Kandidat versagt, kann der Test wiederholt werden. Kandidaten werden nur dann zum Praxistest zugelassen, wenn sie den theoretischen Teil bestanden haben.
Der theoretische Test verwendet Multiple-Choice-Fragen, um festzustellen, ob der Kandidat über die erforderlichen Kenntnisse verfügt. Ein Kandidat besteht die Prüfung, wenn er die in den Prüfsätzen festgelegte zulässige Fehlerzahl nicht überschreitet. Die theoretischen Prüfungen sollten grundsätzlich in deutscher Sprache durchgeführt werden, das Basismaterial kann aber auch in verschiedenen Fremdsprachen geprüft werden.
Der Praxistest besteht aus einer Probefahrt mit bestimmten grundlegenden Fahraufgaben. Die Aufgaben, die in den Prüfsätzen für jede Lizenzklasse festgelegt sind, sollen zeigen, dass der Kandidat in der Lage ist, das Fahrzeug ordnungsgemäß zu bedienen und zu steuern. Die Probefahrt soll vor allem zeigen, dass der Kandidat auch in schwierigen Verkehrssituationen in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu fahren und seine Fahrweise an die Situation anzupassen.
Die Fahrprüfung wird auch auf Landstraßen und Autobahnen durchgeführt. Ein Kandidat besteht den Praxistest, wenn die grundlegenden Fahraufgaben fehlerfrei durchgeführt werden und er während der Probefahrt keine schwerwiegenden Fehler begeht oder ein Übermaß an kleinen Fehlern anhäuft.

Zusammenfassend

1992 gab es in Deutschland rund 16.000 Fahrschulen.
Achtzehn autonome Landesverbände mit insgesamt rund 18.000 Mitgliedern (einschließlich angestellter Fahrlehrer) betreuen die Interessen ihrer Mitglieder in jedem Bundesland. Ihre Dachorganisation ist die National Driving School Association Inc. aus Deutschland, die ihren offiziellen Sitz in Bonn hat.
Die Organe der Nationalen Fahrschulen sind: die Mitgliederversammlung (Delegierte); der Gesamtvorstand, der sich aus den Vorsitzenden der Landesverbände zusammensetzt; der Vorstand. Das Hauptziel der Nationalen Fahrschule ist es, die Verkehrssicherheit und den Schutz der Umwelt durch eine professionelle Aus- und Weiterbildung der Fahrzeugführer zu fördern. Es unterstützt auch einen modernen pädagogisch ausgerichteten Beruf des Fahrlehrers und unterstützt und erhält private Fahrschulen.
Ohne die vereinten Anstrengungen der Berufsverbände der Fahrlehrer und die vielen pädagogischen, fachlichen und organisatorischen Ideen, die sie in den letzten 40 Jahren entwickelt haben, hätte der Fahrunterricht in Deutschland seine heutigen hohen Standards nicht erreicht. Eine wichtige Rolle spielt der fortlaufende Gedankenaustausch mit Wissenschaftlern, Politikern und Spitzenverwaltern.